4. Umgang mit Kindern / Besuche

Bei der Regelung des Umgangs der Kinder mit den Eltern sind die Eltern und Kinder ganz frei in der Ausgestaltung der Besuche. Orientiert an den Bedürfnissen und Zeitplänen der Kinder und Eltern sind hier Regelungen möglich, die zu allen Beteiligten passen.

Der Umgang mit beiden Elternteilen gehört in der Regel zum Wohl des Kindes. In § 1684 Abs. 1 BGB wird das Recht des Kindes auf Umgang mit jedem Elternteil festgelegt  – ungekehrt wird für beide Elternteile das Recht und die Pflicht auf einen Umgang mit ihrem Kind fixiert. Aber auch andere Personen, die für das Kind bedeutsam sind, haben ein gesetzliches Umgangsrecht. Das Gericht kann das Umgangsrecht einschränken, wenn dies dem Kindeswohl dient.

Umgangsrecht des Elternteils, der nicht mit dem Kind zusammenlebt

Das Umgangsrecht soll  das Bedürfnis nach Liebe auf beiden Seiten (Vater oder Mutter und Kind) erfüllen.  Die Besuche tragen dazu bei, ein verantwortungsvoller Vater und eine verantwortungsvolle Mutter zu bleiben, die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder zu begleiten und als Eltern im Gespräch zu bleiben. Die Beziehungen zum Kind werden aufrechterhalten und einer Entfremdung vorgebeugt.

Gestaltung und Ausübung des Umgangrechts

Zunächst sollten die Eltern versuchen, sich über die Gestaltung des Umgangsrechts zu einigen. Nur wenn keine Einigung möglich ist, soll das Gericht angerufen werden.

Dann legt das Gericht in der Regel eine 14-tägige Umgangsregelung fest –  am Wochenende von Freitag bis Sonntag.  Außerdem gibt es ein zusätzliches Besuchsrecht an den 2. Feiertagen zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten sowie an seinem Geburtstag. Daneben besteht das Recht zu einer Ferienreise von 3 Wochen.

Briefliche Kontakte, Telefongespräche und Kontakte per Internet sollen den persönlichen Umgang ergänzen. So soll eine Beziehung zwischen Kind und abwesendem Elternteil aufrecht erhalten und entwickelt werden.

Loyalitätspflicht

Bei der Ausgestaltung des Besuchsrecht sollte eine großzügige Regelung getroffen werden – denn dies entspricht am ehesten dem Kindeswohl. Es geht hier um das Kind – auf dessen Rücken keinesfalls der Groll des einen Elternteils gegen den anderen Elternteil – durch Erschwerung und Kurzhalten des Umgangs – ausgetragen werden darf. Der Gesetzgeber verpflichtet im Gegenteil beide Elternteile zur Loyalität:

Störungen des Eltern-Kind-Verhältnisses sind zu unterlassen und die Erziehung und Umgang mit dem anderen Elternteil dürfen nicht erschwert werden.  Auch wenn das Kind den anderen Elternteil nicht sehen will, muss aufgrund der Loyalitätspflicht auf das Kind im positiven Sinn eingewirkt werden. Dazu gehört ebenfalls, dass die Besuche organisatorisch unterstützt und gefördert werden.

Verstößt das Elternteil, bei dem das Kind wohnt, gegen diese Pflichten, so kann das Familiengericht eingreifen.

Wenn das Umgangsrechtes von dem anderen Elternteil grob missachtet wird, kann es auch zwangsweise durch Gerichtsvollzieher und Polizei durchgesetzt werden. Weitere Zwangsmittel sind etwa Zwangsgeld oder Zwangshaft. Bei ständiger Boykottierung des Umgangsrechts droht der Entzug des Sorgerechts.

Wer das beim anderen Elternteil lebende Kind besucht, kann die Kosten dafür steuerlich nicht gelten machen.
Antworten zu weiteren Fragen gibt es unter: 0441-800 7518